Vom Geheimnis des Glaubens

Obgleich die Bibel kein Geheimbuch für nur wenige Eingeweihte ist, sondern die Gabe der Offenbarung Gottes an alle Menschen, so ist sie doch voller Geheimnisse, die sich nur dem biblisch Glaubenden erschließen; denn „das Geheimnis des Herrn ist für die, die ihn fürchten, und seinen Bund läßt er sie wissen“ (Ps. 25, 14). Alle Geheimnisse der Bibel aber gipfeln in dem einen „anerkannt großen Geheimnis der Gottseligkeit: Gott ist geoffenbart im Fleisch, gerechtfertigt im Geiste, erschienen den Engeln, gepredigt unter den Völkern, geglaubt in der Welt, aufgenommen in die Herrlichkeit“ (1. Tim. 3, 16). In der glaubensvollen Annahme dieses anerkannt großen Geheimnisses der Gottseligkeit gipfelt auch der Glaube selber, von dem in der ganzen Heiligen Schrift die Rede ist. Und im Rahmen des großen Geheimnisses der Gottseligkeit wird der Glaube selber zum Geheimnis. Geheim an ihm ist sein Ursprung, nämlich seine Entstehung im Menschenherzen, geheim verlaufen seine Wirkung und Vollendung (1. Kor. 2, 11; Phil. 2, 13; Hebr. 12, 2; Phil. 1, 6; Kol. 3, 3; Jak. 2, 22; 1. Joh. 3, 2). Darum bedarf das Geheimnis des Glaubens selber der Enthüllung und Darstellung, was freilich immer unzulänglich bleiben wird; denn nur das Erleben des Glaubens bringt die Erfahrung des Glaubens und damit die Enthüllung des Glaubensgeheimnisses. – Indes gibt uns aber die Bibel selber mancherlei Aufklärung über das Geheimnis des Glaubens, damit die bereits Gläubigen die Kostbarkeit ihres Glaubens (2. Petr. 1, 1) recht werten und verwerten lernen sollen. Auch sollen die Schwachen im Glauben und die Kranken am Glauben (Röm. 14, 1; 1. Kor. 9, 22; 1. Thess. 5, 14 und 3, 10; Tit. 1, 13) durch die Unterweisung im Geheimnis des Glaubens gestärkt, befestigt und gesund werden. Und da sei es gleich gesagt: So wie alle Verfehlungen der Kinder Gottes Verfehlungen am Wort Gottes, nämlich mangelnde Schrifterfüllung sind, so ist jede Unzulänglichkeit der Gläubigen zurückzuführen auf mangelnden Glauben. Wie wir zum Worte Gottes stehen, so stehen wir im Glauben. Was uns an Schriftgrund fehlt, fehlt uns an Glaubensgrund. Was uns an Schriftgebrauch fehlt, fehlt uns auch an Glaubensbestätigung. Das Geheimnis des Glaubens deckt sich mit dem Geheimnis Gottes und Christi (Kol. 2, 2 u. 4, 3; Off. 10, 7) im ganzen Bibelbuch.

„Der Glaube“, sagt der Apostel Paulus, „kommt aus der Predigt, die Predigt aber durch Gottes Wort“ (Röm. 10, 17). Biblischer Glaube erwächst allein aus der Bibel. Der Allerwelts-, Straßen-, und Gassenglaube, nämlich das geläufige menschliche Wähnen und Meinen, ist der eine große Gegensatz zum biblischen Glauben und birgt kein anderes Geheimnis in sich als das der Gesetzlosigkeit (2. Thess. 2, 7), weil er auf Übertretung und Irrtum beruht. Willst du biblisch glauben lernen, so muß dir irgendwie das Geheimnis Gottes und Christi als das Geheimnis des Königreichs der Himmel (Mat. 13, 11) durchs Bibelwort nahegebracht werden, sonst kann dir das Geheimnis des Glaubens nie geoffenbart noch zuteil werden. Gott verbirgt Seine Geheimnisse in Seinem Wort. Die Bibel ist Gottes weisheitsvolles Planwerk, voll des innigsten, aber oft verborgen weiterlaufenden Zusammenhangs, voll der unwandelbarsten Einheitlichkeit bei aller scheinbaren Gegensätzlichkeit. Sie ist wie ein teils ober-, teils unterirdisch verlaufendes Bauwerk, dessen Gänge und Kammern angefüllt sind mit den Schätzen der Weisheit und Erkenntnis Gottes. Aber alle diese Reichtümer hebt nur der, dem das Geheimnis des Glaubens enthüllt ist. Soll es sich dir enthüllen, so ist dies das Erste und das Letzte:

Unterwirf dich der Führung durch die Heilige Schrift! Sie selbst und nichts anderes kann dich sicher hineinführen in das Geheimnis des Glaubens. Höre sorgfältig auf ihr Wort. Betrachte jeden Satz als eine Meisterrede, die dir, dem Lehrling, gilt. Beuge dich willig ihrer Unterweisung, Überführung und Züchtigung. Denke immer: die Heilige Schrift weiß mehr als ich. Ich will mich ihr mit Hingebung nahen und ihr immer mehr zutrauend mein Ohr leihen. Damit näherst du dich bereits der Schwelle des Glaubensgeheimnisses. Immer mehr wirst du Gottes Stimme im Worte Gottes erkennen und ihren Inhalt immer williger in dich aufnehmen. Das ist der Anfang des schriftgemäßen Glaubens; denn Glauben heißt: Gott recht geben, auf Grund Seines Wortes! Glauben heißt: Gott in seinem Wort erkennen und sein Wort nehmen wie ihn selber und ihn selber wie sein Wort. Also Gott beim Wort nehmen, das heißt glauben.

Aber wo steckt da das Geheimnis? Höre, das ureigentliche Geheimnis des Glaubens steckt in der Ichverneinung des Glaubenden.

Das laßt uns jetzt recht erkennen; denn davon hängt alles weitere ab, und nichts lernt der Mensch langsamer als dieses! Höre: Wer Gott aufgrund des Wortes Gottes recht geben will, muß nämlich sich selber unrecht geben. Wer anfangen will, Gott zu glauben, muß aufhören, sich selber zu glauben. Wer Gott zusagen will, muß sich selber absagen. Wer Gott vertrauen will, muß sich selber mißtrauen. Wer Gottes Weisheit und Wesen gewinnen will, muß die eigene Weisheit und das eigene Wesen verlieren.

Aber warum dies alles? Weil Gottes Gedanken nicht unsere Gedanken und unsere Wege nicht seine Wege sind! Sondern so viel der Himmel höher als die Erde ist, so sind Gottes Wege höher als unsere Wege und seine Gedanken höher als unsere Gedanken (Jes. 55, 8.9). Nun aber sind die himmelhoch das menschliche Denken überragenden Gedanken Gottes durch die Offenbarung Gottes in der Heiligen Schrift zu uns auf die Erde gekommen und uns durch auserwählte Werkzeuge Gottes kundgemacht worden (Hebr. 1, 1.2; 2. Petr. 1, 21). Und damit ist die Bibel das wunderseltsame Buch geworden, das uns in die himmelhohen Gedanken der heimlichen, verborgenen Weisheit Gottes (1. Kor. 2, 7) und in die Wege Gottes einführen will, um uns zu befähigen, biblisch-göttlich denken und handeln zu lernen. Dabei sollen wir unsere erdenniedrigen Menschengedanken gegen Gottes hohe Himmelsgedanken vertauschen und unsere irdischen, irrenden Menschenwege gegen Gottes ewige Wahrheits- und Heilswege aufgeben lernen. Das führt aber zu ganz gewaltigen Zusammenstößen. Denn der Mensch ist bis in die Wurzeln seines adamitischen Wesens verankert im allgemeinen und eigenen menschlichen Denken und will und kann es nicht fassen, daß dies Denken ein gottfernes, weil von Gott entfremdetes und also vor Gott unzulängliches Denken sein soll. Um jeden Preis möchte er die Menschenweisheit als bereits göttliche Weisheit hinstellen und mit ihr den Himmel ersteigen, und um keinen Preis möchte er einsehen, daß die Maßstäbe seiner irdischen Denkgesetze weder zur Selbsterkenntnis noch zur Gotteserkenntnis ausreichen. So ist dem Menschen nichts natürlicher als der Glaube an sich selbst und der Zweifel an der Heiligen Schrift, die seinem Denken geradezu ins Gesicht schlägt. Wie sollte er ohne weiteres glauben können? Ja, zu einem Glauben an einen „unbekannten Gott“, den das für Gott geschaffene Herz tastend ahnt und der bei gutem Willen schließlich noch aus seinen Werken in der Natur zu ersehen ist, reicht der menschliche Gedanke noch aus, aber der biblische Glaube scheint ihm unannehmbar, und sein Geheimnis erledigt man am liebsten als Torheit und Ärgernis (1. Kor. 1, 18.23 und Kap. 2).

Wie soll ein Mensch sich selber den Mund stopfen und den Lauf seiner Natur abstellen? Er kann es nicht. Deshalb kann auch niemand aus sich selber ins Geheimnis des Glaubens eindringen und aus eigenem Vermögen glauben lernen. Wohl wimmelt es allenthalben von Versuchen, sich in den biblischen Glauben irgendwie hineinzudenken, um ihn dann zu besitzen. Aber solchem nur logischen Denkwerk fehlt stets das göttliche Siegel, fehlt eben – das Geheimnis. Das Geheimnis kann nur Gott wirken. Es gibt eine Erziehung zum Glauben, aber die kann nicht das Geheimnis des Glaubens schenken. Es gibt ein allgemeines und ein besonderes fachmäßiges Studium des Glaubens, aber noch ist keinem das Geheimnis auf diesem Wege aufgegangen, wenngleich er auch in allen Würden predigte. Ja, es ist etwas Anbetungswürdiges, wie Gott das Geheimnis des Glaubens hütet und es vor der selbstklugen Findigkeit der Weisen und Verständigen verborgen hält! Eben deshalb preist der Herr Jesus den Vater als Herrn des Himmels und der Erde (Mat. 11, 25). Gott senkt das Geheimnis des Glaubens nur in die hinein, die in Ichverneinung vor ihm hinsinken! Das Geheimnis des Glaubens liegt auf der Schwelle der „engen Pforte“, von welcher der Herr sagt, daß viele danach trachten, wie sie hineinkommen, „und werden’s nicht tun können“ (Luk. 13, 24). Das sind die, die mit ihrem breitschultrigen Ich ins Königreich der Himmel einmarschieren möchten. Gott hat nun einmal unerbittlich vor die Erlangung des biblischen Glaubens die biblische Buße gesetzt. Der Zuruf Jesu lautet noch immer: „Tut Buße und glaubet an das Evangelium!“ (Mark. 1, 15.)

Gewiß kann niemand aus sich selbst seine Natur ändern und durch sich selbst über sich selbst hinauskommen, aber jeder Aufrichtige kann vor dem Spiegel des Wortes Gottes (Jak. 1, 23.24) seine entartete Gestalt erkennen und zum Bankrott, nämlich zur Buße gelangen. Biblische Buße ist die durch den Geist und die Kraft des Wortes Gottes uns geschenkte Fähigkeit, uns zu sehen, wie wir sind. Sie ist die Folge einer gottgemäßen Betrübnis zu unserer Errettung (2. Kor. 7, 10). Biblische Buße ist daher weder nur eine reumütige Anwandlung noch ein bloßes Fassen guter Vorsätze oder ein Abbüßen auferlegter Strafen, nein, die biblische Buße ist etwas Grundumstürzendes: sie ist ichstürzend! Sie schließt immer in sich ein: Selbsterkenntnis, Selbstbeschämung und Selbstverwerfung. Der verlorene Sohn kam zu sich selbst (Luk. 15, 17 ff.; wörtlich), endlich erlangte er Selbsterkenntnis, damit erlangte er auch Sündenerkenntnis („ich habe gesündigt gegen den Himmel“) und kam zur Selbstbeschämung, die ihn hinabführte in die Selbstverwerfung („ich bin nicht wert“). Diesen Verlauf nimmt jede wahre biblische Buße. Sie ist das Ende des eigenwilligen, selbständigen Ichlebens. Dieses alte eigenwillige, selbständige Ichleben hat immer drei Stützpunkte. die Selbstklugheit im Kopf, die Selbstgerechtigkeit im Herzen und das Selbstkönnen im Arm. Das ist die Dreieinigkeit aller unbußfertigen, ungläubigen Leute, die nur gestürzt wird durch die Gottesmacht der biblischen Buße. Was ist aber ein Mensch der sich nicht mehr auf seinen Kopf, sein Herz und seinen Arm verlassen kann? Er ist ein Wrack, ein Scherben, ein Habenichts, heimat- und hilfsbedürftig treibt er dem Vaterhause zu. Das ist das einzige, was er noch hat und kann. Diesen Bußgang scheuen die stolzen Menschen mehr als den Tod, und doch ist allein dieser Bußgang der Weg und Gang hinein in das Geheimnis des Glaubens.

Ohne Zweifel haben die meisten, die sich für „gläubig“ halten, diesen ichstürzenden Bußgang gar nicht wirklich erlebt. Es ist ihnen gar nie eingefallen, sich so grundstürzend zu verneinen, so ihr Eigenleben auf- und preiszugeben. Nie haben sie dies eigene Leben wirklich gehaßt, um es zu verwerfen (Luk. 14, 26). Wohl haben sie vielleicht diese oder jene äußere Lebensgewohnheit aufgegeben, dieses oder jenes vom eigenen Lebensgut dran- und hingegeben, aber sich selbst haben sie nie auf- noch drangegeben, noch nicht einmal theoretisch-grundsätzlich! Nein, fest und ichverliebt, ehrfürchtig und ichempfindlich sind sie eins geblieben mit sich selber! Und dennoch geben sie an zu glauben! Ihr Glaube ist aber auch danach. Höre, so tief wie deine Buße geht, so hoch geht dein Glaube. So weit du noch mit dir rechnest, so weit bist du noch ferne davon, mit Gott zu rechnen. So weit du noch deiner Eigenweisheit vertraust, so fern bist du noch der Erlangung der Gottesweisheit. So sehr du noch eins bist mit den windigen, gefühlsseligen oder gefühlsunseligen Stimmungen, Begehren und Launen deines eigenen Herzens, so weit bist du noch entzweit mit dem unwandelbaren Erbarmen der Güte des Herzens Gottes. So viel du noch im eigenen Können und Tun wurzelst, so wenig ist noch Raum in dir für das Tun Gottes, und so wenig kann noch Christus wurzeln durch den Glauben in deinem Herzen. Sitze in allen sogenannten Gottesdiensten, beteilige dich mit Einsetzung all deiner religiösen Ichkräfte an aller sogenannten Reichsgottesarbeit, weise hin auf all die erfolgreichen Taten deiner frommen Ichentfaltung, du wirst durch alles dieses nur deinen Glauben an dich selber betätigen und bestätigen, aber das Geheimnis des Glaubens, von dem der Apostel redet, wohnt nicht in dir; denn du bist nie durch die enge Pforte der ichstürzenden, biblischen Buße hindurchgegangen. Und wenn du dich gleich an alles Mögliche hingegeben hast, so hast du doch nie dein Leben dabei verloren.

Wo aber die rechtschaffene Frucht der biblischen Buße offenbar wird, da ist diese bereits eingehüllt in das Geheimnis des Glaubens. Wer in solcher echten Buße aufhört an sich zu glauben, kann dies nur, weil er bereits insgeheim den neuen und unvergleichlich größeren Glaubenshalt an Gott in Christus gewonnen hat. Biblische Selbstverneinung schließt allemal in sich ein die biblische Gottes- und Christusbejahung. Wer wirklich an sich selber verzweifelt, muß entweder durch eigene Hand sein Leben als Selbstmörder wegwerfen oder es an Gott in Christus verlieren, um im Glauben das neue große Gottesleben zu gewinnen; ein entleertes Leben kann nicht mehr in sich selber stehen. In diesem Sinne ist die Bekehrung nichts anderes als die mit der Buße verbundene notgedrungene Abkehr von uns selbst und ebenso notgedrungene Hinkehr zu Gott in dem Mittler Jesus Christus. Dabei gibt es keine andere Möglichkeit mehr als die des Glaubens.

Nun öffnet sich dir des schriftgemäßen Glaubens geheimnisvolle Tiefe, Höhe, Länge und Breite. Du glaubst! Welches Wunder! Du, der bisher Ungläubige, glaubst! Das dir solang durchaus Unmögliche ist nun deine einzige Möglichkeit geworden: du glaubst! Eine neue Welt ist vor deinen neugewordenen Augen, ein neuer Boden unter deinen Füßen, eine neue nie gekannte Kraft regt sich in dir, hält, hebt und trägt dich. Das wunderbare Erleben deiner Buße und Bekehrung ist deinem logischen Begreifen weit voraus geeilt. Nun fordert dein alter Verstand Rechenschaft: Was ist geschehen? Wie kam das alles? Sonderbar: du weißt es nicht! Du kannst einige äußerliche Vorgänge nennen, einen gewissen Her- und Zugang beschreiben, aber du weißt, es bleibt ein Rest, ein Rest, der gerade die Hauptsache, der gerade das Ureigentliche ist, und den kannst du nicht nennen und nicht erklären: es ist das Geheimnis des Glaubens! Sonderbar: Nichts ist dir klarer als dies Unerklärliche! Nichts ist dir offenbarer als dies Geheimnisreiche! Nichts hat dich je so gewaltig gepackt wie das eben Erlebte, das beinahe ohne dich geworden zu sein scheint! Du weißt nur eins: Gott, der lebendige Gott, hat in dein Leben eingegriffen! Das Schwert seines Geistes hat dein innerstes Mark durchbohrt, daß du aufschreien mußtest: Weh mir, ich vergehe! Der Boden schwand dir unter den Füßen, wie Binden fiel es von deinen Augen, du sankst, fielst hinab wie in einen schauerlichen Abgrund. Als du so haltlos nach Hilfe schriest, wußtest du nur einen Retter: Jesus! Seitdem bist du als ein neues Geschöpf (2. Kor. 5, 17) mit ihm verbunden, inniger als ein Säugling mit seiner Mutter. Das ist das Geheimnis des Glaubens als Geheimnis der Wiedergeburt. Weiß auch jemand, wie er geboren wurde? Du kannst wie Johannes die Stunde nennen, die dich an Jesus band, die dich deinem eigenen Leben entnahm, um dich fortan von seinem Leben leben zu heißen, aber wie es eigentlich zuging, das weißt du doch nicht. Darum ist es auch so unmöglich, dein Erlebnis anderen faßlich zu machen. Du weißt, wie unfähig du dir vorkommst, wenn du anderen deine Bekehrung klar machen willst. Wir können schließlich zeugen vom Glauben, aber erzeugen können wir den Glauben nicht. Die Erzeugung des Glaubenslebens im Menschen ist eine neuschöpferische Tat Gottes und darum ein noch höheres Geheimnis als die Erzeugung des irdischen Lebens. Gott wirkt, aber der Mensch muß bereit sein zum Empfang des Geheimnisses. Und diese Bereitschaft heißt, wie wir gesehen haben, Hören und Aufnehmen des Wortes Gottes, als unverderblichen Samen der Wiedergeburt (1. Petr. 1, 23 und Jak. 1, 18), und durch die Kraft des Wortes Gottes bewirkte Buße, als Selbsterkenntnis, Selbstbeschämung und Selbstverwerfung zur Abkehr von uns und Hinkehr zu Gott im Mittler Jesus Christus, dem Bringer des neuen Lebens, eben des Glaubenslebens.

Und ist die Buße die durch das Wort vermittelte, gottgeschenkte Fähigkeit, uns zu sehen, wie wir sind, so kann man nun sagen: der Glaube ist die ebenfalls durch das Wort vermittelte, gottgeschenkte Fähigkeit, Gott in Christus zu sehen, wie er ist.

Das biblische Glaubensleben ist tatsächlich ein Leben mit neuen Sinnen, und nur als solches bringt es uns erlösende Freiheit. In diesem Sinne ist das Geheimnis des Glaubens das Geheimnis, mit neuen Sinnen eine neue Welt wahrzunehmen. Wer aus Gott geboren ist, bekommt nicht nur eine Erneuerung seines Sinns als neue Gesinnung (Röm. 12, 2), sondern auch neue Sinneswerkzeuge (Hebr. 5, 14), die der gottgeschenkten Fähigkeit, glauben zu können, entsprechen und im Dienste derselben gebraucht und geübt werden müssen. Es ist dies ein ganz neues inneres Sehen, Hören, Tasten, Schmecken und Wahrnehmen. Ohne die Bildung und Ausbildung dieser geistlichen Sinneswerkzeuge gelingt kein Glaubensleben. Es sind die Glieder und Sinne des neuen, inneren Menschen in uns, eben des, der aus Gott geboren ist. Diese Seite des Glaubensgeheimnisses ist so vielen Gläubigen ganz fremd. Ihr Glaube hat keine brauchbaren Werkzeuge, durch die er wahrnehmen, prüfen und empfangen könnte. Solche Gläubige sind den Organen des inneren Menschen nach Kindlein geblieben. Ihr Glaube hat weder ein geübtes Auge noch Ohr, weder Hand noch Fuß. Wegen mangelnder Übung sind die meisten geistlichen Sinneswerkzeuge verkümmert. So ist es leider selbstverständlich, daß solche Gläubige, die weder unterscheiden noch sich wehren können, wie in der Entwicklung zurückgebliebene Kindlein immer der äußeren Hilfe bedürfen und jedem knechtenden Betrug durch Menschen ausgesetzt sind. Wie sehr hat schon der Apostel Paulus diesen Jammer beklagt! (1. Kor. 3, 1; 14, 20 u. a. m.). Mangelnde Glaubensbetätigung ist die Ursache dieses Jammers.

Um so mehr äußert sich der lebendige Glaube als die gottgeschenkte Fähigkeit, ein neues geistliches Wahrnehmungsvermögen zu betätigen. Die Epheser, weil sie glaubten, wußten auch, daß sie versiegelt worden waren, das heißt, ihr Glaube war sogleich befähigt, das Zeugnis des Geistes wahrzunehmen (Eph. 1, 13 und Röm. 8, 16). Und was sagte der Herr der Martha vor dem Grabe des Lazarus? Er sagte ihr: „Wenn du glauben würdest, du würdest die Herrlichkeit Gottes sehen! „ (Joh. 11, 40). Was sah ihr äußeres Auge? Ein verschlossenes Grab. Was hörte ihr äußeres Ohr? Klage und Jammer. Was nahm ihr natürlicher Geruchsinn wahr? Einen stinkenden Leichnam. Und was sollte sie wahrnehmen? Die Herrlichkeit Gottes! Sollte sie diese Herrlichkeit Gottes etwa erst wahrnehmen, wenn ihr äußeres Sinnenleben den auferstandenen Lazarus bemerkte? 0 nein; denn diese Wahrnehmung machten ja nachher alle Umstehenden trotz ihres Unglaubens. Nein, Martha sollte die Auferweckung ihres Bruders als Tatsache hinnehmen, bevor ihre äußeren Sinne sie wahrzunehmen vermochten. Eben das sollte das Wesen und die Tat ihres Glaubens sein. Allem äußeren Sinnenleben zum Trotz sollte sie die Herrlichkeit Gottes als Herrschaft Christi über Tod und Grab für die allergewisseste Wirklichkeit halten. Das vermag allein der lebendige Glaube, dessen Leben eben darin besteht, daß er mit seinen tätigen inneren Sinnen bereits wahrnimmt und empfängt, was äußerlich noch gar nicht zu bemerken ist. Und eben das meint das Wort Hebräer 11, 1: „Es ist aber der Glaube ein Beharren auf dem, das man hofft, eine Überzeugung von Tatsachen, die man nicht sieht.“ Und diese Erklärung des Glaubens führt uns so recht hinein ins Wesen des Glaubensgeheimnisses.

Paulus sagt: „Der natürliche, seelische Mensch nimmt nicht an (faßt nicht), was des Geistes Gottes ist; denn es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht verstehen, weil es geistlich beurteilt werden muß“ (1. Kor. 2, 14). Das will sagen: der nicht durch den Geist Gottes erneuerte Mensch bleibt versklavt an die Wahrnehmung durch die äußeren Sinne aufgrund seines irdischen Sinns. Dabei kann er vielerlei, ja sogar sehr vieles „auch glauben“, aber er kann und will doch immer nur glauben, was seiner Vernunft und seinen Sinnen „glaubhaft“ erscheint. Immer wieder macht er seine sinnenfällige Vernunft zum Maßstab aller Dinge. So bleibt er bei allem scheinbaren Aufflug seines Geistes unfrei und in der Welt seiner menschlichen Gedanken, Gefühle und Taten verankert. Mag er auch auffliegen wie ein Adler und sein Nest zwischen den Sternen machen: dennoch wird er von dannen wieder heruntergestürzt, hinab und hinein in den Bannkreis seines beschränkten Wesens (Obadja 4). Aus dem Fluch dieses Wesens befreit nur der biblische Glaube. 0 Wunder!: er befähigt uns, das Unsichtbare zu sehen, das Unhörbare zu hören, das Unfaßbare zu fassen. Er hebt uns über die Knechtschaft der Sinne hinaus und versetzt uns in das unsichtbare Königreich der Himmel, unter die befreiende Herrschaft des Geistes Gottes und Christi! Er ist ein durch das Wort Gottes eröffnetes heimliches Sehen, Hören, Tasten, Schmecken, Wahrnehmen und Wissen im Verborgensten des Menschenherzens. Und er ist damit die ureinzige Fähigkeit, das Unbegreifliche zu begreifen, und zwar so, wie es Gott über alles menschliche Denken hinaus in der Bibel offenbart hat. Er ist die Befreiung vom Sichtbaren und die Verwirklichung des Unsichtbaren; denn er läßt die Welt und sieht und gewinnt das Himmelreich. Er ist der Sieg, der die Welt überwunden hat (1. Joh. 5, 4) und macht uns zu Bürgern des Himmels (Phil. 3, 20).

Nicht wahr, da verstehen wir, daß solch ein weltüberwindender Glaube nicht anders empfangen werden kann als durch das große Umdenken, Umfühlen, Umlernen, das die Bibel Buße nennt und das den grundstürzenden Bankrott unserer Gedanken-, Gefühls­ und Tatenwelt in sich einschließt. Nur im Gegensatz zu unseren eigenen Gedanken, Gefühlen und Taten lernen wir glauben. Nur im Widerspruch zu unsrem adamitischen Ich gelangen wir zum Einklang mit Gott, Gottes Sohn und Gottes Wort. Dieser Einklang ist der eigentliche Inhalt des Glaubensgeheimnisses. Er ist geknüpft an das dreifach selige Pfingstgeheimnis, das wir in Johannes 14, 20 vermerkt finden. „An jenem Tage werdet ihr erkennen, daß ich in meinem Vater bin und ihr in mir und ich in euch.“ Das waren die Worte Jesus, mit denen er seine Jünger auf den Empfang und das Verständnis des Glaubensgeheimnisses vorbereitete. Nicht jetzt, nein erst an jenem Tage – es war der Hinweis auf Pfingsten – werdet ihr erkennen, sagte er. Längst hatten die Jünger Glauben an Jesus, aber ihr Glaube war ein noch sinnenfälliger, ein noch geheimnisloser, ein bei allem Erkennen doch noch erkenntnisloser. Die Fragen, mit denen sie den Meister bis zuletzt, ja sogar noch nach seiner Auferstehung bis zur Himmelfahrt anliefen, beweisen es. Sie hatten den Herrn gesehen mit ihren Augen, gehört mit ihren Ohren, erfaßt mit ihren Händen und hatten ihn doch weder recht gesehen noch gehört und erfaßt. Sie blieben ganz abhängig von ihrer äußerlichen Wahrnehmung und glaubten eigentlich nie mehr, als ihnen sinnenfällig gezeigt wurde und glaubhaft schien. „Zeige uns den Vater, so genüget uns“, begehrte Philippus (Joh. 14, 8), und: „Es sei denn, daß ich sehe und fühle, so werde ich nicht glauben!“ versteifte sich Thomas (Joh. 20, 25). So dachten und handelten sie im Grunde alle. Darum ärgerten sie sich auch alle an Jesus, als mit seiner Gefangennahme ihr äußerer Glaubenshalt zusammenbrach, und keins der träg gewordenen Herzen erwartete des Herrn Auferstehung, deren Verkündigung ihnen nachher ein unglaubliches „Märchen“ schien (Luk. 24, 11). Wer weiß, wenn der Herr sie nicht mit Geist angehaucht hätte, wo sie bis Pfingsten hingelaufen wären! Das war ihr Glaubensleben vor „jenem Tag“.

Ist das nicht auch das Glaubensleben vieler, vieler heutiger Jesusnachläufer? Erst will man einmal sehen, spüren, fühlen, ehe man überhaupt glauben will. Glaubt man dann so leidlich, so hat man doch nur den unseligen Thomasglauben, der immer vorn Sicht- und Spürbaren abhängig, also immer schwankend bleibt und deshalb nicht selig gesprochen werden kann. Das ist der Glaube ohne Glaubensgeheimnis, der bange Glaube ohne Zeugnis, Siegel, Wissen und Gewißheit, der Glaube vor „jenem Tage“. Was fehlt dir, wenn das dein Glaube ist? Höre: Deinem Glauben fehlt noch die Kraft aus der Höhe! Deinem Glauben fehlt noch die Loslösung von der sichtbaren und die Bindung an die unsichtbare Welt! Deinem Glauben fehlt noch die Offenbarung und Verklärung Christi in dir durch den Heiligen Geist! (Joh. 16, 14.15). Dir fehlt noch die Geist- und Feuertaufe als Ausrüstung, Jesus zu verherrlichen durch lebendigen Glauben! – Und wie bekommst du das alles? Nur durch tiefere Ichverneinung! Nur indem die Jünger damals den Zusammenbruch ihres ungenügenden Glaubens erlebten, konnten sie zu tieferer Selbsterkenntnis, Selbstbeschämung und Selbstverwerfung hinabgeführt werden und damit für die gehorsame Erwartung des Pfingsttages ausreifen. So auch du! Du traust noch deiner Kraft, deinen Sinnen, deinen Taten, deinen icherfüllten Wünschen. Gut, laß dies alles fahren! Werde arm! Werde schwach! Werde hilfsbedürftig! Werde bittend! Werde still im Erwarten! Habe keine andere Weisheit und Stütze mehr als Jesu Wort! Nimm dies Wort wie Ihn selber! Warte auf nichts Sinnenfälliges, aber nimm die Einlösung des Jesuswortes all deinen eigenen Gedanken und Gefühlen zum Trotz als fertige Tatsache hin! So nimm den Inhalt der Jesuworte einfältig für dich! Nimm ihn jetzt und danke dafür! So wird der Heilige Geist Jesus in dir verklären, daß sich auch dir das dreifach selige Pfingstgeheimnis enthüllt, wo du den Sohn im Vater erkennst und dich in Ihm und Ihn in dir!

Mit der Erkenntnis dieser dreifachen Glaubenstatsache – Christus im Vater, wir in Christus, Christus in uns – stehen wir im Innersten des Glaubensgeheimnisses. Ich habe schon am Anfang gesagt, daß das Geheimnis des Glaubens im Rahmen des anerkannt großen Geheimnisses der Gottseligkeit hegt: Gott ist geoffenbart worden im Fleisch (1. Tim. 3, 16). Das ist das Geheimnis aller Geheimnisse. Der Vater gab sich im Sohne zu erkennen, der Sohn hat den Vater kundgetan (Joh. 1, 18). Wäre Christus nicht erschienen, so wäre der Vater der „unbekannte Gott“ geblieben (Apg. 17, 23). Wir erkennen Gott immer nur so weit, wie wir Christus erkannt haben. Niemand erkennt den Vater als nur der Sohn und wem es der Sohn will offenbaren (Mat. 11, 27). Die Aufgabe Jesu war, seinen Jüngern, die ihm der Vater aus der Welt gegeben, den Vaternamen Gottes zu offenbaren. Dies hat er getan und tut es noch (Joh. 17, 6 u. 26). Dafür verklärt nun der Vater auch den Sohn (Joh. 12, 23 u. 28). Und zwar wird in den Evangelien der Vater durch den Sohn geoffenbart und verherrlicht, und im übrigen Neuen Testament wird der Sohn vom Vater aus durch den Heiligen Geist so recht geoffenbart und verherrlicht. Alles, was der Sohn tat, geschah, auf daß sie glauben sollten an den, der ihn gesandt hatte. Und alles, was der Heilige Geist wirkt, weist auf Jesus hin, von dessen Werk der Geist alles nimmt und gibt (Joh. 16, 14). So war denn das Erste, daß die Jünger an „jenem Tage“, nämlich am Tage der Ausgießung des Heiligen Geistes, den Sohn im Vater erkannten, das heißt, endlich erkannten sie das Wesen und überschauten sie das Werk des von Gott gesandten und zu Gott zurückgekehrten Gottessohnes. Das große Geheimnis der Gottseligkeit wurde ihnen enthüllt, als ihnen durch den Heiligen Geist das Geheimnis des Glaubens geschenkt wurde.

Damit konnten sie auch in den zweiten engeren Kreis des Glaubensgeheimnisses eingeführt werden, nämlich sie erkannten sich nun in Christus. Welch hohes Wunder! Sie sahen sich nicht mehr in sich selbst, sie sahen sich in Christus! Sie sahen sich nicht mehr in ihrer armseligen, unzulänglichen, unzuverlässigen, unbrauchbaren Menschlichkeit, nein, sie sahen sich in Christus! Sie erkannten sich in ihm erwählt vor Grundlegung der Welt (1. Petr. 1, 1; 2, 9; 5, 10; 2. Petr. 1, 3; Eph. 1, 4). Sie sahen sich in ihm errettet am Tage von Golgatha (Apg. 2, 38.39; 3, 14-26; 4, 10-12), erlöst durch das kostbare Blut Christi, als eines Lammes ohne Fehl und ohne Flecken (1. Petr. 1, 18-21). Sie wußten sich in ihm gesegnet in Ewigkeit (Apg. 2, 33; 3, 25.26; 4, 31-35; 1. Petr. 1, 3-5.23; u. 3, 9) und zu einem heiligen, königlichen Priestertum, zu einem heiligen Eigentums-Volk Christi gemacht, das nun die Tugenden dessen verkünden kann, der es berufen hat aus der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht (1. Petr. 2, 4-10). Nun erwarteten sie seine herrliche Wiederkunft zur letzten Errettung ihrer Seelen, zur Erlangung unaussprechlicher, frohlockender Freude beim Anblick ihres geliebten Herrn und zum Empfang des unverweslichen, unbefleckten und unverwelklichen Erbteils, welches für sie aufbewahrt ist in den Himmeln (1. Petr. 1, 8.9.13.4.5; 2. Petr. 1, 3-5; 3, 18).

Und die Lichtflut solcher durch den Herrn verheißenen und nun durch den Heiligen Geist gegebenen Erkenntnis geleitete sie jetzt auch hinein in den dritten, den engsten Kreis des Glaubensgeheimnisses, der eigentlich nur ein Punkt, nämlich der Mittelpunkt des Geheimnisses ist: die Jünger erkannten Christus in sich! Sie erkannten sich auf einmal als die Träger seines Wortes und Geistes. Mit dem Empfang des Heiligen Geistes wußten sie, daß er ihnen von seinem Geist gegeben hatte (1. Joh. 4, 13). Jetzt war es ihnen gewiß geworden, daß der Geist des Vaters und Christi aus ihnen redete (Mat. 10, 20). Nun konnten sie auch gehorchen! Kein äußerer Zwang eines unbegriffenen, unheimlichen Geschehens drückte und verwirrte sie mehr, nein, ihr Innerstes und Gewissestes, Christus in ihnen, bewegte sie nun. Welch eine Umwandlung! Keiner rechnete mehr mit sich selber, mit seiner eigenen Macht oder Ohnmacht, mit seinem eigenen Können oder Nichtkönnen, nein, jeder hatte nur noch eine Rechnung, nämlich die Rechnung des Glaubens: Christus in mir! Das Glaubensgeheimnis wurde zum ureigensten, persönlichsten Lebens- und Kraftgeheimnis. Es wurde verborgenes Einzelgeheimnis in jeder Seele. So vervielfältigte es sich an „jenem Tage“ ins mehr als Dreitausendfache. So wurde Christi Streiterschar geboren. „Es kam aber jede Seele Furcht an, und es geschahen viele Wunder und Zeichen durch die Apostel“ (Apg. 2, 43).

Siehe, das war die Einlösung des Jesuswortes: „An jenem Tage werdet ihr erkennen, daß ich in meinem Vater bin, und ihr in mir, und ich in euch!“ Und für alle Zeiten bleibt diese dreifach selige Erkenntnis der Inhalt des Glaubensgeheimnisses in jedem von Gottes Wort durchbohrten und vom Heiligen Geist erfüllten Herzen. Trägst auch du es so in deiner Brust? Erkennst du den Sohn im Vater? Weißt auch du dich in Christus erwählt, errettet und gesegnet? Weißt auch du Christus durch sein Wort, durch seinen Geist, durch seine Tugenden und durch seine Kraft in dir? Paulus mußte damals den Korinthern schreiben: „Prüfet euch selbst, ob ihr im Glauben seid, untersuchet euch selbst! Oder erkennet ihr euch selbst nicht, daß Jesus Christus in euch ist? (2. Kor. 13, 5). 0, bitte, sieh zu, was deine Glaubensrechnung ist! Vielleicht machst du noch alle Tage die unselige Rechnung des Unglaubens. Statt Christus im Vater als den zu erkennen, dem alle Gewalt im Himmel und auf Erden gegeben und der alle Tage bei dir ist, sieht dein Klein- und Unglaube nur die sichtbare Natur- und Kulturwelt. Statt dich in Christus zu sehen, siehst du dich nur in deinen Verhältnissen, Nöten, Sorgen, Schwierigkeiten, Schwächen und Sünden. Und anstatt mit dem Christus in dir zu rechnen, rechnest du mit deiner eigenen Weisheit oder Unweisheit, mit seinem Fühlen oder Nichtfühlen, mit deinem Können oder Nichtkönnen, mit deiner Macht oder Ohnmacht. Siehe, die Schuld an deiner unseligen Zweifelsrechnung trägt deine elende, altgewohnte Ichbejahung! Anstatt Christus siehst du immer nur dich! Dieser offenbare oder versteckte Ichwahn ist die listig betrügende Schlange im Paradies des Glaubensgeheimnisses, durch die jeder neue Sündenfall geschieht. Willst du nicht endlich anfangen, der sichtbaren Welt, der leichtumstrickenden Sünde und deinem ganzen Ichwesen zum Trotz das Wort Christi und Gottes zu bejahen? Denn das allein heißt glauben und das Glaubensgeheimnis bewahren.

Davon, nämlich von der Bewahrung und Bewährung des Glaubens (Jak. 1, 3 und 1. Petr. 1, 7) als Glaubensgeheimnis wollen wir jetzt reden. Der Glaube kann nur bewährt werden durch Betätigung des Glaubens; die Betätigung des Glaubens aber ist nichts anderes als der gute Kampf des Glaubens (1. Tim. 6, 12 und 2. Tim. 4, 7). Kampf gibt es nur, wo es Gegensätze gibt. Je größer der Gegensatz, desto größer der Kampf. Nun gibt es keine größeren Gegensätze in der Welt als diejenigen, die dem Kampf des Glaubens zu Grunde liegen. Sie heißen Gott und Satan, Christus und Belial, Reich des Lichts und Reich der Finsternis, Reich Gottes und Reich dieser Welt, Söhne Gottes und Söhne des Ungehorsams, Geist und Fleisch, Christus und ich. Das sind Gegensätze von unüberbrückbarer Spannweite. Zwischen ihnen gibt es keine Aussöhnung, keinen Waffenstillstand, keinen Friedensschluß. Es kann dieser Kampf nicht eher enden, als bis alle Feinde zum Schemel der Füße Christi niedergelegt sind (Ps. 110, 1; Hebr. 1, 13; 10, 13). So ist der Kampf zwischen Glauben und Unglauben tatsächlich „das größte Thema der Weltgeschichte“. Diesen Kampf zu kämpfen ist des Christen einzige Lebensaufgabe, innerhalb welcher sich alle anderen Aufgaben erledigen. Er wird ausgefochten auf drei Kampfplätzen. Erstens in uns selbst, als Kampf zwischen Geist und Fleisch (Gal. 5, 17), zweitens in der Gemeinde, mit den Brüdern für die Brüder (Phil. 1, 27. 30; Kol. 2, 1), drittens in der Welt wider ein verkehrtes, gottfeindliches Geschlecht und zum Zeugnis und zur Errettung der Verlorenen. Uns beschäftigt jetzt nur der Kampf des Glaubens als Bewahrung des Glaubensgeheimnisses in uns.

Es gibt nichts Fremderes, Einsameres, Verborgeneres in dieser Welt als ein Menschenherz, das das Geheimnis des Glaubens, nämlich das mit Christus in Gott verborgene Leben (Kol. 3, 3), in sich trägt. Alles ist wider solchen im Herzen wohnenden Glauben, und solcher Glaube ist wider alles. Alles trachtet diesem Glauben nach dem Leben, und dieser Glaube trachtet danach, alles mit seinem Leben zu durchdringen und zu erfüllen. Alles will das Geheimnis des Glaubens verwüsten und auflösen, und das Geheimnis muß seine Mauern immer höher bauen und möchte doch zugleich immer offenbarer werden. Den gefährlichsten Gegner aber hat das Geheimnis in allernächster Nähe. Es ist das Fleisch des Menschen, in dessen Herzen das Geheimnis wie ein himmlischer Schatz im irdenen Gefäß (2. Kor. 4, 7) wohnt. Zwischen diesem Fleisch von unten her (Joh. 8, 23) und dem Geist von oben her ist tödliche Feindschaft (Röm. 8, 12. 13; Kol. 3, 5). Keine Sekunde gibt es zwischen beiden Frieden. Wie zwei mächtige Heere auf engstem Kampfraum ringen Geist und Fleisch widereinander. Stets gelüstet das Fleisch wider den Geist und der Geist wider das Fleisch (Gal. 5, 17). Die Lust des Geistes ist die Lust am Herrn (Ps. 37, 4), die selige heimliche Freude des Geheimnisses: „Mein Freund ist mein, und ich bin sein!“ (Hoh. 2, 16). Was ist aber die Lust des Fleisches? Es ist die ehebrecherische Lust an uns selbst, die ichselige, gottfeindliche Gesinnung, als immer wieder aufbegehrende Äußerung unserer von unten her stammenden seelisch-fleischlichen Natur, die Gott nicht untertan zu sein vermag (Röm. 8, 7), die alles ohne Jesus vermag, alles ohne ihn tun kann, uns stets zur Selbständigkeit in uns selbst reizt und mit dem Wohlgefallen an uns selber betrügt, die uns stets mit Begehren und Genießen narrt, uns lieblos, unwahr, neidisch, rachsüchtig, selbstklug und selbstgerecht macht, und deren Herrschaft der Tod des Glaubensgeheimnisses ist (Röm. 8, 6 u. Jak. 1, 15).

Wie wird nun der gute Kampf des Glaubens in uns siegreich gekämpft und das Geheimnis geschützt und bewahrt? Höre! Nur durch unablässige Wachsamkeit im Geiste, die als unbedingte Voraussetzung das grundsätzliche Mißtrauen gegen uns selber hat. Der gute Kampf des Glaubens ist nichts anderes als die wachsame Betätigung der unausgesetzten Ichverneinung und Jesusbejahung. Er ist die beständige Abkehr von mir selbst und Hinkehr zu Jesus. Noch besser: er ist das ringende Bleiben in dem Glauben: ich bin in Christus, und Christus ist in mir! Welch eine Tiefe der Selbstverneinung! Welch eine Riesenarbeit des Heiligen Geistes! Mein natürliches Denken, Fühlen, Handeln, alle Tätigkeit der Sinne und der sichtbaren Welt streiten gegen diese meine Glaubensstellung, wollen sie stürmen, überrennen, zerstören. Ich aber gebe mir selbst und allem unrecht, stehe auf der Seite Christi und seines Wortes und bekenne und betätige: Mein Freund ist mein, und ich bin sein! Ich gehöre nicht mehr mir selbst! (1. Kor. 6, 19.20). Nicht mehr lebe ich, sondern Christus lebt in mir (weil ich in ihm lebe), was ich aber jetzt lebe im Fleische, das lebe ich im Glauben des Sohnes Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat (Gal. 2, 20). So lebe ich Satan, Welt, Sünde und mir selbst zum Trotz meines Glaubens, als des Glaubens Christi.

Und wunderbar! Dieser Kampf des Glaubens bringt keine polternde, lärmende Unruhe, sondern leitet hinein in eine wundersame Ruhe und Stille; denn das Geheimnis des Glaubens wohnt nur in der Stille. Darum heißt auch der Kampf des Glaubens der „gute Kampf“, entgegen allem bösen Kampf und Streit in der Welt. Warum macht er denn so ruhig? Weil er vom Ichgeräusch befreit. Der Ichgeist ist ein Poltergeist, der sich überall bemerkbar machen muß. Der Heilige Geist ist der Odem aus der ewigen Stille. Er führt den guten Kampf des Glaubens. Dabei werden wir immer endgültiger auf die Seite gestellt. Christus selber tritt an unsere Stelle. Wir verlieren uns an ihn, und er offenbart sich dabei in uns. Wir erwarten nichts mehr durch und für uns, sondern alles durch und für Christus. 0, welche Loslösung von uns selbst und infolgedessen, welche Ruhe im Frieden! Unsere einzige, immerwährende und untrügliche Rechnung in allem und für alles heißt: Christus! Das nimmt alle lähmende Furcht und hastende Sorge. Nur eine Sorge bleibt: Die allezeit wachsame, heilige Besorgnis, in ihm erfunden und immer vollkommener dargestellt zu werden, damit er immer klarer in uns erscheine (Phil. 3, 8.9; Kol. 1, 28; Gal. 4, 19). Aber auch diese Sorge verliert ihre beunruhigende Macht, weil wir auch sie auf ihn werfen, der allein die Gewähr für unsere Vollendung ist und dessen Treue wir immer völliger vertrauen (1. Petr. 5, 7; Phil. 1, 6; Hebr. 12, 2). So wird das Geheimnis des Glaubens in uns immer mehr zu dem gegen alle Winde und Geräusche verschlossenen Garten, wo man nichts hört als das Murmeln der versiegelten Quelle (Hoh. 4, 12), nämlich das stete, einfältige Zwiegespräch unseres Herzens mit Jesus. – So ist das Geheimnis des Glaubens auch das Geheimnis wahrer Stille und Ruhe.

Und in diesem stillen Garten des Glaubensgeheimnisses gedeiht auch wunderbar sicher und süß die Frucht des Geistes, wie sie der Apostel Paulus in neunfacher Mannigfaltigkeit und Köstlichkeit Galater 5, 22 uns beschreibt. Es gibt keinen fruchtbareren Boden als den des stillen Glaubensgeheimnisses. Der Grund und Boden des Geheimnisses ist ja Christus selbst, der gesagt hat: „Wer in mir bleibet und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun“ (Joh. 15, 5). Soviel wir noch ohne ihn tun können, soviel fehlt unserem Leben am Ewigkeitsertrag. Und wieviel können „Gläubige“, die sich „Sein“ nennen, noch jede Stunde ohne ihn tun! Das ist das unfruchtbare und deshalb unselige Leben abseits vom Glaubensgeheimnis. Es ist die törichte Auskehr aus dem stillen Paradies der heimlichen Gemeinschaft mit ihm und die Rückkehr zum unfruchtbaren Umtrieb der Weltförmigkeit. Es ist die jeweilige Unterbrechung der Glaubensbetätigung und des Glaubenskampfes. Es ist der beschämende Rückfall in die Selbstbejahung und Jesusverneinung. Man steht wieder auf eigenen Füßen und kann tausend Dinge ganz flink und selbstsicher ohne Jesus tun. Bis man von Satan tausendfach übervorteilt am Boden liegt, und der gute Hirte uns ins verlorene Paradies des Glaubensgeheimnisses zurücktragen muß. Höre! Es gibt nur ein Hindernis, daß dein kurzes Leben nicht jede Sekunde fruchtbar für Jesus ist! Nicht deine natürliche Schwachheit, nicht deine störende Umgebung, nicht dein Beruf hindern dich – nein, das einzige Hindernis ist der Rest deines geschäftigen Glaubens an dich selbst, dein Bleiben in dir! Du möchtest Frucht bringen – ei, so ruhe im Geheimnis des Glaubens, da wächst die Frucht von selbst! Das Geheimnis des Glaubens ist auch das Geheimnis der Fruchtbarkeit.

Christus wurzelt nur durch den Glauben in unserem Herzen, und wir wurzeln nur durch den Glauben in ihm (Eph. 3, 17; Kol. 2, 7). Wer im Mittelpunkt des Glaubensgeheimnisses sich in Christus eingewurzelt weiß und Christus in sich, hat nie mehr für Kraft zu sorgen; sie wird ihm überall und immer werden, wo und wann er sie braucht. Mangel an Kraft ist nichts anderes als Mangel an Glaube. „Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt“ (Mark. 9, 23). Wie schachert hier der Kleinglaube, der neben dem Glaubensgeheimnis wohnt! Nur im Innersten des Glaubensgeheimnisses: Ich in Christus, Christus in mir! verwirklicht sich der Aufruf des Apostels Paulus: „Seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke!“ (Eph. 6, 10). Die Vorbedingung für seine Verwirklichung ist das Schwachsein in uns selbst und in der Macht unserer Stärke. Wir entschuldigen uns so gerne mit unserer Schwachheit, aber das ist nur eine geläufige Ausrede unseres außerhalb des Glaubensgeheimnisses umherschweifenden Klein- und Unglaubens. In Wirklichkeit sind wir so stark in uns selbst, haben eine solch geradezu riesenhafte Widerstandskraft gegen unsere völlige Gewinnung für Christus durch den Heiligen Geist, daß man nur wünschen möchte: 0, daß wir einmal wirklich schwach würden! So schwach wie Paulus! Und so stark wie Paulus, der bezeugen konnte: „Wenn ich schwach bin, so bin ich stark“ (2. Kor. 12, 10) und der aufforderte: „Seid meine Nachfolger!“ (1. Kor. 4, 16). Wir können ihm nicht nachfolgen, weil wir nie so schwach werden möchten, wie er geworden ist. Allenthalben möchte man das liebe Eigenleben mit allen zehn Fingern pflegen und schützen, und handelt es sich um Glaubensmut und Glaubensgehorsam, so faltet man die Hände und jammert: Ach, hätte man nur die Kraft dazu! Man ist eben immer so schwach im Glauben! – Satansbetrug unter den Frommen! Oh, wenn die Gläubigen einmal gläubig würden! Oh, wenn man wirklich gläubig beten würde: „Herr, hilf meinem Unglauben!“ (Mark. 9, 24) oder: „Vermehre uns den Glauben!“ (Luk. 17, 5), wie schnell würde der Herr unser hinderndes Ichleben wegnehmen und uns Macht und Stärke aus seinem Leben geben! Aber man läßt sich genügen an der religiösen Redensart und lebt sich selber weiter. Indes wohnt die Kraft Christi in den wirklich Schwachen und wird in Schwachheit vollendet bei denen, die in Ichverneinung und Jesusbejahung im Geheimnis des Glaubens wohnen (2. Kor. 12, 9). Sie sind es, die allezeit freudig mit Paulus bezeugen können: „Alles vermag ich in dem, der mich kräftigt!“ (Phil. 4, 13). Denn das Geheimnis des Glaubens ist allezeit auch das Geheimnis der Kraft.

Wo aber Kraft ist, da ist auch Überwindung und Sieg. Da wird das Geheimnis des Glaubens bewahrt in reinem Gewissen (1. Tim. 3, 9). Wessen beständige Glaubensrechnung heißt: ich in Christus, und Christus in mir, der herrscht über die Sünde. Wohl lagert die Sünde beständig vor der Türe des Glaubensgeheimnisses, aber so lange ich in der Selbstverneinung und Jesusbejahung stehe und gehe, bleibt die Tür geschlossen. Wer in ihm bleibt, sündigt nicht (1. Joh. 3, 6). Mag die Versuchung in der buntesten Weise an mich herankommen, das soll mich nicht ängstigen (Jak. 1, 2 u. 1. Petr. 1, 6); denn das zwingt mich zu immer größerem Mißtrauen gegen mich selbst und infolgedessen zu immer glaubensinnigerem Vertrauen zu Jesus und damit zu immer kindlicherer Flucht hinein in die Tiefe des Glaubensgeheimnisses. Nicht nur geborgen, nein, verborgen werde ich sein in ihm, der in mir ist. Denn er wird mich bergen in seiner Hütte am Tage des Übels, er wird mich verbergen in dem Verborgenen seines Zeltes (Ps. 27, 5). Nur in der Hütte des Glaubensgeheimnisses singt man vom Sieg der Gerechten (Ps. 118, 15). Nie wird Satan mich zu übervorteilen vermögen, solange ich im Glaubensgeheimnis verweile: Ich in Christus, Christus in mir!

Dieser Sieg wird aber immer nur neu entschieden. Er setzt die aufmerksamste Wachsamkeit und den vorsichtigsten Wandel im Geiste voraus. Denn ich bin keinen Augenblick sicher vor mir selber. Wo irgend meine Seele zu mir selbst zurücktaumelt, wird etwas vom Inhalt des Glaubensgeheimnisses erschüttert. Die geringste Rückkehr zur Selbstsicherheit erschüttert schon praktisch meine Sicherheit in Christus. Jede Ichbejahung, etwa jede Selbstschonung, jede Selbstbemitleidung, jede Selbstbeanspruchung zerschneidet Fäden vom Brautschleier des Glaubensgeheimnisses. Und auch die kürzeste Dauer irgendwelcher ichverliebten Selbstbespiegelung, ja jeder Hauch von Eigenliebe erzeugt eine Trübung auf dem Angesicht, das drinnen in der Hütte des Glaubensgeheimnisses leuchtet. Dennoch ist diese Abweisung des störenden Ichgeistes so frei von krampfhafter Anstrengung und bemühender Qual wie die Einführung der Braut ins Weinhaus (Hoh. 2, 4); denn die Liebe ist ein Panier über mir. Auch ist das anhaltende Wachen nichts anderes als das beglückte, inständige Hören auf die Rede seines Wortes und das stille Weben des unablässigen Glaubensgebetes, das zum starken Seile wird, an dem er uns goldene Eimer voll Kraft aus der Höhe zugleiten läßt. Und mit jedem Geschenk an Kraft tränkt er uns mit Wonne wie mit einem Strom (Ps. 36, 9); denn es ist der immer neue Zufluß seiner Liebe und Treue, den er ausgießt durch den Heiligen Geist hinein in unser Herz (Röm. 5, 5), das nie nüchterner ist, als wenn wir trunken sind von den reichen Gütern seines Hauses.

So tötet er durch seine Liebe unsere Eigenliebe und damit die Sünden- und Weltliebe. Jawohl: Lust um Lust! – und es bleibt wahr: die Rotglut aller Ich-, Sünden- und Weltlust wird nur ausgebrannt durch die Weißglut der Lust am Herrn vom Feuerherd in der Hütte des Glaubensgeheimnisses. Nichts, aber auch nichts als seine Liebe macht uns zu Überwindern! (Röm. 8, 37). Denn es gibt im Himmel und auf Erden keine größere Kraft und Macht als seine Liebe. Sie, sie allein schenkt uns das Gewand von gewirktem Gold (Ps. 45, 14) und macht uns ganz herrlich inwendig, drinnen in des Königs Palast, im Geheimnis des Glaubens, das da ist das Geheimnis seiner Liebe und des weltüberwindenden Sieges.

Kind Gottes, laß dich in williger Selbstverneinung einführen in dies stille, fruchtbare, kraftvolle und siegerfüllte Geheimnis des Glaubens!

Aus „Vom Geheimnis des Glaubens“ von Fritz Binde

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